4-2
11.09.2025 - 20:45 Uhr
Pfaffenholz
1/16-Final Cup 25/26
Weitere Informationen folgen
35
34
33
5
30
23
42
8
6
77
14
Aufstellung
35 Nicolas Bortoluzzi
34 Tom Heusler
33 Fionn Bumann
5 Noam Schmidhauser
30 Manuel Escher
23 Luca Schwab
42 Maxim Nagel
8 Milan Brupbacher
6 Nicolas Staehelin (C)
77 Tom Wittlin
14 Valentin Roos
Bank
2 Shawn Hinderling
9 Louis Bernet
11 Pascal Wohlwender
21 Luka Mustavar
22 Alain Dubach
84 Julian Dombois
99 Benjamin Klemperer
Tore FCB 2020
9' Staehelin 1:0
27' Wittlin 2:0
33' Nagel 3:0
44' Roos 4:0
Bemerkungen
35
34
33
5
30
23
42
8
6
77
14
Tore FCB 2020
9' Staehelin 1:0
27' Wittlin 2:0
33' Nagel 3:0
44' Roos 4:0
Bemerkungen
Aufstellung
35 Nicolas Bortoluzzi
34 Tom Heusler
33 Fionn Bumann
5 Noam Schmidhauser
30 Manuel Escher
23 Luca Schwab
42 Maxim Nagel
8 Milan Brupbacher
6 Nicolas Staehelin (C)
77 Tom Wittlin
14 Valentin Roos
Bank
2 Shawn Hinderling
9 Louis Bernet
11 Pascal Wohlwender
21 Luka Mustavar
22 Alain Dubach
84 Julian Dombois
99 Benjamin Klemperer
Tore FCB 2020
9' Staehelin 1:0
27' Wittlin 2:0
33' Nagel 3:0
44' Roos 4:0
Bemerkungen
Man spürt es schon bei der Spielerbesammlung. Es knistert, die Augen funkeln. Anspannung liegt in der Luft, die Vorfreude wächst, ein leichtes Kribbeln geht durch die Beine. Eine Mischung, die grosse Abende verspricht. Dennoch deutet wenig darauf hin, dass diese Mannschaft dreieinhalb Stunden später den 2.-Ligisten FC Gelterkinden sensationell aus dem Cup werfen würde. Schliesslich ist der FC Bachletten 2020 mit vier Punkten aus vier Spielen eher enttäuschend in die Meisterschaft gestartet und beim ersten und letzten Aufeinandertreffen mit einem 2.-Ligisten, dem FC Aesch, setzte es vor zwei Jahren im Sechzehntelfinal des Basler Cups eine herbe 0:8-Klatsche ab. Ein gutes Omen ist aber die Tatsache, dass die Partie im Exil im französischen Pfaffenholz stattfindet, wo die Grünen anfangs Mai einen galaktischen 11:3-Auswärtssieg gegen den HNK Croatia feiern durften. Als der Schiedsrichter die Partei anpfeift, zeigt sich schnell das erwartete Bild. Der Favorit startet druckvoll in die Partie und drängt den Aussenseiter sogleich in die eigene Hälfte. Bereits nach vier Minuten kommt «Gälti» zu einer Riesenchance, doch der völlig freistehende Stürmer setzt den Ball aus fünf Metern nach einer Freistosshereingabe kläglich am linken Pfosten vorbei. In der Folge kämpft sich Bachletten langsam ins Spiel. Dem Underdog kommt es dabei sehr gelegen, dass der Schiedsrichter eine lasche Linie fährt und die Pfeife bei zahlreichen knackigen Rencontres stumm bleibt. In der 9. Minute wagt sich der FCB 2020 erstmals richtig in die gegnerische Hälfte. Nach einem Ballverlust schaltet Leithammel und Kapitän Nicolas Staehelin blitzschnell um, knöpft dem Innenverteidiger den Ball im Gegenpressing ab und schreitet in grossen Schritten Richtung Strafraum. Was folgt, ist praktisch eine Kopie vom 1:0 in der 1. Cuprunde gegen den FC Laufen: Ein strammer Flachschuss in die linke Ecke lässt nicht nur den gegnerischen Torhüter ohne Chance, sondern katapultiert die Gefühlswelt der Bachlettener in unbekannte Sphären. Dieses Tor markiert einen Kipppunkt in der Partie, ab dem das Momentum immer mehr in Richtung der Aussenseiter schwenkt. In der 27. Minute verliert Bachletten den Ball nach einem Einwurf in der Nähe der gegnerischen Eckfahne. Gelterkinden zeigt sich aber wieder schludrig im Umschaltspiel. Anstatt «vo hinge füre» zu spielen oder den Ball zu sichern, spielen die Oberbaselbieter den Ball wiederholt in den Druck, wo das Gegenpressing der Basel-Städter zuschnappt. Tom Wittlin nimmt das Geschenk dankend an, tanzt seine beiden Gegenspieler lässig aus und schiebt die Pille am Torhüter zum 2:0 vorbei. Dieses Tor stellt zudem ein Jubiläum dar, es ist nämlich das 400. Tor der Vereinsgeschichte! Von nun an spielt der FC Bachletten 2020 wie entfesselt, während Gelterkinden endgültig von der Rolle ist. 33 Minuten sind gespielt, als der FC Gelterkinden wieder einen Abschluss verzeichnen kann. Der abgeblockte Schuss fällt zu Staehelin, der mit einem geschickten Pass zu Valentin Roos drei Gegner aushebelt. Roos schickt sogleich Wittlin auf die Reise, der den Ball ohne jeglichen Gegnerdruck 40 Meter nach vorne treibt. Am gegnerischen Strafraum angekommen, lanciert er am zweiten Pfosten den völlig freistehenden Maxim Nagel, der mühelos zum 3:0 erhöht. Es ist das erste Tor im grünen Dress für den 20-jährigen Sommerneuzugang. Von der Balleroberung im eigenen Strafraum bis zum Treffer liegen nur 15 Sekunden! Die Abwehr des FC Gelterkinden präsentiert sich mittlerweile als offenes Scheunentor und hat Glück, dass Bachletten nicht durch zwei Konter und einem Lattenkopfball von Fionn Bumann nach einem Eckball das Skore erhöht. In der 44. Minute komplettiert aber der bemitleidenswerte linke Innenverteidiger der Basel-Ländler seinen Hattrick an Aussetzern. Zuerst landet sein Fehlpass im Aufbau in den Füssen von Nagel, dann lässt er sich im Strafraum von Roos vernaschen, der die Kugel etwas glücklich in Billardmanier im Kasten versorgt. Tatsächlich steht es zur Pause 4:0 für den Viertligisten, wie absurd! Sogleich werden Erinnerungen an den Match gegen Croatia wach, bei dem der FCB 2020 eine ähnlich fantastische erste Halbzeit im Pfaffenholz gespielt hat. Während der Halbzeitpause ist es in der Garderobe zunächst ungewöhnlich still, zu hoch ist der Fokus und der Adrenalinpegel. Eine kurze Ansprache von Cheftrainer Pablo Iselin, etwas ungeniessbares französisches Trinkwasser und ein paar Traubenzucker später treten die Hausherren wieder auf den Platz mit der Erwartung, dort einen angeschossenen Löwen wiederzufinden. Tatsächlich ist ein klares Aufbäumen der Oberbaselbieter erkennbar. Ihre Angriffe mit vielen langen Bällen wirken zwar etwas unstrukturiert, ermöglichen es aber jedoch, Bachletten in ihrer eigener Hälfte einzuschnüren. Prompt werden sie für die Leistungssteigerung belohnt, was auch auf zwei Unachtsamkeiten der Bachlettener zurückzuführen ist. In der 49. Minute wird der gegnerische Flügel an der Strafraumgrenze unnötig gefoult, was einen gefährlichen Freistoss aus zentraler Position zur Folge hat. Der harte Schuss wird unglücklich von der Viermannmauer abgefälscht, sodass Torhüter Nicolas Bortoluzzi à contre-pied erwischt wird und Gelterkinden auf 1:4 verkürzt. Fünf Minuten später kommt Innenverteidiger Noam Schmidhauser, der sonst einen formidablen Auftritt an den Tag legt, in einem gegnerischen Zweikampf nur langsam in die Gänge, verschätzt sich grob und setzt dann zwanglos zu einer Grätsche an, bei der er den Gegner umholzt. Der Schiedsrichter zeigt ohne zu zögern direkt auf den Punkt. Den fälligen Elfmeter versenkt der Gelterkindener Schütze souverän zum 2:4. In einer normalen Meisterschaftspartie hätten diese beiden schnellen Anschlusstreffer den Grünen wohl wacklige Beine beschert, doch der Glaube an den Coup ist unerschütterlich. Angepeitscht von der Ersatzbank, der Fankurve und Cheftrainer Iselin zeigen die Südwestbasler für den Rest der Partie eine heroische Abwehrschlacht und offenbaren unbekannte Facetten, die man ihnen kaum zugetraut hätte. Zahlreiche Grätschen, Trikotzupfer, Rempler und Höpperlisteller gepaart mit Ballwegschlagen und Trashtalk sorgen dafür, dass der Spielfluss immer wieder unterbrochen wird. Natürlich vermag es der FC Bachletten 2020 auch, die Baselbieter auf faire Art vom Ball zu trennen. Die herausragende Leistung der gesamten Defensive und Goalie Bortoluzzi sorgt dafür, dass Gelterkinden nur zu wenigen gefährlichen Aktionen kommt und die Gurken fast alles wegverteidigen, was auf ihren Kasten zufliegt. Symptomatisch für den Kampf steht Stürmer Louis Bernet, der nach 60 Minuten eingewechselt wird. In den 30 Minuten, in denen er auf dem Platz steht, sieht er gefühlt keinen Ball, dafür rackert, rennt, grätscht und kämpft er wie wild und wird in der Nachspielzeit völlig ausgepumpt unter tosendem Applaus ausgewechselt. Auch wenn Bachletten kaum noch Entlastung findet, bringt er den Sieg schlussendlich doch souverän ins Trockenen. Nach dem Schlusspfiff brechen bei diesem historischen Sieg verständlicherweise alle Dämme. Zum ersten Mal überhaupt schlägt der FC Bachletten 2020 einen 2.-Ligisten und steht zudem erstmals im Achtelfinale des Basler Cups! Diese Sternstunde wird noch lange in den Köpfen der Beteiligten weiterleben. Diese Partie ist zweifelsohne der bisher grösste Sieg der Vereinsgeschichte. Die Glocke der Église Saint Charles schlägt halb eins in der Nacht, als bei den letzten Anwesenden das Adrenalin langsam nachlässt.
Am Sonntag steht um 15:00 Uhr im Bachgraben das nächste Meisterschaftsspiel an. Zu Besuch ist der AS Timau Basel II, gegen den die Grünen zuletzt – inklusive einem Testspiel – drei Heimsiege in Serie feiern konnten.