Doppelinterview mit Luka Mustavar und Mattia Schärrer

Es ist Winterpause. Wir nutzen die Zeit und knüpfen uns unsere beiden Mittelfeldspieler Luka Mustavar (25) und Mattia Schärrer (22) zum neuen Format des asynchronen Doppelinterviews vor. Es folgt einer Einzelinterviewreihe mit Pascal Wohlwender, Nicolas Staehelin und Silas Bader, welche man alle unter ‘News’ nachlesen kann.

Es ist Winterpause. Wie verbringt ihr eure freie Zeit, wenn der Ball nicht rollt?

Luka Mustavar: Die Weihnachtszeit habe ich mit der Familie verbracht. Ansonsten gehe ich normal zur Arbeit und ins Gym. Falls sich die Gelegenheit anbietet, gehe ich mit den Mannschaftskollegen Fussball spielen.

Mattia Schärrer: Über Weihnachten habe ich viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Anfangs Januar gehe ich noch ein paar Tage in den Urlaub, bevor dann endlich wieder das Training beginnt.

Musti, du bist nun seit dreieinhalb Jahren beim FC Bachletten. Wie ist das Engagement damals zustande gekommen?

L.M.: Die Clublegende Dave (Anm.d.Red.: David Baier) hat mich bei der Arbeit dazu überredet, einmal beim Training vorbeizuschauen. Nach dem ersten Training hat mich die Truppe sofort gepackt und mir wurde klar, dass hier Spass mit Ambitionen gemischt ist. Dieser Aspekt ist mir sehr wichtig und daher musste ich nicht lange überlegen, ob ich hier mitmachen will.

Mattia, du bist seit zwei Jahren bei uns. Wie war es bei dir?

M.S.: Während des Gymnasiums habe ich mich öfters mit unserem Englisch- und Klassenlehrer über Fussball unterhalten. Zufälligerweise ist sein Sohn der Präsident des FC Bachletten, Fionn Bumann. Herr Bumann erzählte mir vom Projekt seines Sohnes und spätestens nach dem ersten Probetraining war für mich klar, dass ich beim FC Bachletten mitspielen wollte.

Damals kam auch ein gewisser Tom Wittlin zu uns.

M.S.: Ja, Tom ist ein sehr fröhlicher, lustiger und gutherziger Mensch – ab und zu vielleicht etwas verpeilt. Abgesehen davon ist er auch ein sehr guter Fussballer. Wir waren zusammen im Gymnasium und es hat sich schnell eine gute Freundschaft entwickelt. Seitdem haben wir schon viel zusammen erlebt, wir verbringen auch neben dem Platz viel Zeit miteinander.

Musti, wie hat sich der FC Bachletten seit Sommer 2022 entwickelt?

L.M.: Ich spüre, dass der Verein noch mehr will und auch verlangt. Dementsprechend hat sich die Intensität sowie die Qualität gesteigert.

Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ist mit Nicolas Staehelin, Luca Schwab, Milan Brupbacher und Co. gross. Wie siehst du deine aktuelle Situation?

L.M.: Ja, die Konkurrenz ist gross, da muss man einfach sein Bestes geben. Aber ich will natürlich jede Minute spielen und dem Team helfen.

Wie gefällt dir eigentlich dein Spitzname «blonder Xavi»?

L.M.: So hat Dave mich getauft. Der Spitzname gefällt mir, ich sehe das als Kompliment.

Mattia, du gehörst zur Gruppe der vier Jungen in der Mannschaft (Jahrgang 2005: Maxim Nagel; Jahrgang 2003: Tom Wittlin, Louis Bernet, Mattia Schärrer). Bist du gerne der Shootingstar?

M.S.: Da ich grundsätzlich lieber etwas im Hintergrund bin, ist mir dieser Titel eher fremd. Zudem fehlen mir meiner Meinung nach auch die Schlagzeilen eines Shootingstars. Ich bin jedoch sehr froh, dass ich trotz meines verhältnismässig jungen Alters auf Anhieb einen Platz in der Mannschaft gefunden habe und viel spielen darf.

Seit Pablo Iselin Trainer ist, spielst du am Flügel. Vorher hast du primär im zentralen Mittelfeld agiert. Wie beurteilst du deinen Positionswechsel?

M.S.: Ich habe mich vor der Saison mit Pablo unterhalten und wir waren uns einig, dass ich auf dem Flügel meine Stärken am besten zur Geltung bringen kann. Mit den Leistungen seit meinem etwas verspäteten Saisonstart bin ich noch nicht ganz zufrieden, aber ich denke, gegen Ende der Hinrunde ging es etwas aufwärts.

Musti, beschreibe uns einmal Mattia Schärrer als Fussballer.

L.M.: Mattia ist ein trickreicher Spieler, der in jedem Duell seinen Gegenspieler aussteigen lässt. Er ist unberechenbar und schnell. Die Flügelposition passt sehr zu ihm.

Und als Mensch?

L.M.: Er ist eher eine ruhige Person, aber dennoch immer für einen Witz zu haben.

Mattia, was ist Luka Mustavar für ein Typ Fussballer?

M.S.: Luka ist ein technisch starker Spieler mit einem guten Auge, viel Kreativität und Spielintelligenz.

Und als Mensch?

M.S.: Er ist sehr humorvoll und ehrgeizig. Zudem geht er auf die neuen Spieler zu. Er hat mir damals auch sehr geholfen, mich in die Mannschaft zu integrieren.

Dein Gegenüber hätte einen Marktwert von 50 Mio. Franken. Wie hoch wäre deiner und weshalb?

L.M.: 100 Millionen natürlich.

M.S.: Das ist eine schwere Frage. Mir fehlen die fussballerische Ausbildung sowie die Erfahrung. Da ein junges Alter die Marktwerte nach oben treibt, gebe ich mir 30 Millionen.

In welchem fussballerischen Bereich würdet ihr euch gerne noch verbessern?

L.M.: Im Zweikampfverhalten.

M.S.: Im Abschluss und den körperlichen Aspekten.

Wir haben diese Saison eine grossartige Kampagne im Basler Cup zurückgelegt, wie schaut ihr darauf zurück?

L.M.: Ja, war crazy. Wir haben zwei Mannschaften besiegt, die auf dem Papier besser sind als wir. Gegen Gelterkinden hatten wir eine magische Nacht, wo fast alles perfekt lief. Aber leider mussten wir gegen Lausen eine Niederlage einstecken, die immer noch weh macht. Aber auf diese Spiele gegen Laufen und Gelterkinden können wir stolz sein.

M.S.: Da ich aufgrund meiner Operation im Sommer die halbe Hinrunde verpasst habe, stand ich nur gegen Lausen auf dem Platz. Die Klatsche, die wir uns dort eingefangen haben, hat mich sehr geknickt und ich war enttäuscht. Trotzdem überwiegt heute der Stolz, den ich bei den Spielen gegen Laufen und Gelterkinden als Zuschauer verspürt habe. Vor allem gegen Gelterkinden ist die Mannschaft über sich hinausgewachsen, es war unglaublich.

Zur Meisterschaft: Welcher Tabellenplatz liegt noch drin?

M.S.: Ich denke der 4. Platz ist realistisch.

L.M.: Top 4.

Was sind eure persönlichen Ziele für die Rückrunde?

L.M.: Ich will, dass wir uns als Team noch einen Schritt nach vorne bewegen, da wir momentan in einer schlechten Position sind. Wir müssen wieder mehr Spiele gewinnen und in der Tabelle die Positionen wieder gut machen.

M.S.: Das Tor treffen.

Zum Schluss noch ein paar Blitzfragen für beide:

Deine schönste Erinnerung als Bachletten-Spieler?

L.M.: Cup gegen Gelterkinden.

M.S.: Das 11:3 gegen Croatia.

Bester Bachletten-Spieler aktuell?

M.S.: Luca Schwab.

L.M.: Luca Schwab oder Valentin Roos, zwei Maschinen!

Bester Fussballer aller Zeiten?

L.M.: Lionel Messi.

M.S.: Cristiano Ronaldo.

Aktuell meist überschätzter Fussballer?

L.M.: Viktor Gyökeres.

M.S.: Cole Palmer.

Dein fussballerisches Vorbild?

L.M.: Als Kind habe ich immer zu Neymar aufgesehen, der war mein Idol.

M.S.: Auch Neymar.

Wer ist bei uns am lautesten in der Kabine?

M.S.: Fionn Bumann.

L.M.: Benjamin Klemperer. Den hört man schon zuhause.

Wer ist der Schnellste der Mannschaft?

L.M.: Shawn Hinderling. Was für ein Antritt der hat…

M.S.: Shawn Hinderling.

Wer ist der Lustigste in der Mannschaft?

L.M.: Beni Klemperer. Aber nur, weil er am meisten redet.

M.S.: Nicolas Staehelin.

Dein Leben hängt davon ab: Welchem Bachletten-Kicker gibst du den Ball für einen Penalty?

M.S.: Fionn Bumann.

L.M.: Ich mache den selbst. Ich will niemanden mit dieser Last belasten. Und ausserdem bin ich ja der erste Schütze im Team (schmunzelt).

Wer hat den besseren Freistoss, Luka Mustavar oder Mattia Schärrer?

M.S.: Den gebe ich ihm nur ungern.

L.M.: Ich, aber Mattia hat einen sehr guten Schuss entwickelt. Ich glaube, in Zukunft wird er unser Freistossschütze.

Dein Lieblingsverein ausserhalb der Schweiz?

L.M.: Borussia Dortmund.

M.S.: Olympique Marseille.

Dein Lieblingsort in Basel?

L.M.: Zuhause.

M.S.: Sportplatz Bachgraben.

Was darf in deinem Kühlschrank nie fehlen?

L.M.: Mayo.

M.S.: Im Sommer eine Wassermelone.

Wie würden dich deine Freunde mit drei Adjektiven beschreiben?

L.M.: Nervig, lustig und faul.

M.S.: Ruhig, kollegial und fussballverrückt.